Text zu lang? Kurzinformationen unter:
www.mbsr-berlin-raidel.de
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Um von der Riesenwelle nicht überrollt zu werden
müssen wir lernen auf ihr zu surfen
(frei nach J. Kabat-Zinn)
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Was bedeutet MBSR eigentlich?
Die Wirksamkeit der MBSR-Methode ist durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt, sowohl durch neurobiologische,medizinischee als auch psychologische Studien (s. auch Gesundheit auf dieser website)
► MBSR ist eine Methode zur Stressbewältigung, die 1979 von dem amerikanischen Molekularbiologen Prof.Dr.Jon Kabat-Zinn entwickelt wurde und seit 30 Jahren in den USA bei physischen und psychischen Problemen begleitend in medizinischen und psychologischen Praxen und Krankenhäusern, sozialen Einrichtunge, inzwischen auch in Schulen und in der Öffentlichkeitsarbeit praktiziert wird. Seit etwa 10 Jahren wird diese Methode auch in Europa angewendet und gehört inzwischen weltweit zu den wissenschaftlich am besten auf die Wirksamkeit hin erforschten Methoden. Seit dem Jahr 2000 sind ca.1400 wissenschaftliche Arbeiten erschienen, die sich mit dem Programm "Stressbewältrigung durch Achtsamkeit" beschäftigen,Im klinischen Rahmen findet es immer mehr Verbreitung (s. auch Gesundheit und mbsr Kurzfassung9 ♦ Um noch einmal auf das Gedicht von RUMI zurück zu kommen:
Haben Sie vielleicht schon bemerkt, dass da ein Zusammenhang zwischen dem Text von RUMI (s.vorherige Seite home) und den Methoden von MBSR bestehen könnte? (zumal diese Lebensweisheit des alten orientalischen Meisters von Dr. Jon Kabat-Zinn in seinem Buch "Zur Besinnung kommen" zitiert worden ist)
► Es gibt tatsächlich einen gemeinsamen inhaltlichen Nenner:
♦ Die achtsame, annehmende innere Haltung allem gegenüber, was sich zeigt, unabhängig davon, ob sich dies (die täglichen Gäste) angenehm oder unangenehm anfühlt oder so wahrgenommen wird.
- Auch die unangenehmen Gefühle?-

Vielleicht kann diese Frage durch ein Zitat aus dem Buch „Stress bewältigen mit Achtsamkeit“ ( Linda Lehrhaupt und Petra Meibert) beantwortet werden: "Wenn wir eine unangenehme Erfahrung machen, zieht dies eine Reaktion nach sich, die darauf ausgerichtet ist, diese Erfahrung zu reduzieren, zu beenden, ihr zu entfliehen oder sie zu verdrängen, bzw. zu vermeiden. Wir beginnen die Situation gedanklich zu analysieren, sie zu hinterfragen, zu grübeln, uns Sorgen zu machen. Wir wollen weg davon, reagieren also automatisch mit einer Fluchtreaktion und mit Gefühlen wie Angst, Ablehnung oder auch Wut, Ärger oder Schuldgefühlen.Eine angenhme Erfahrung löst genau die umgekehrte Reaktion in unserem Geist aus, nämlich eine Annäherungsreaktion mit dem Wunsch nach „mehr davon“. Wir wollen die Erfahrung festhalten, möchten sie vergrößern, verlängern oder wiederholen und reagieren mit Gefühlen der Sehnsucht, der Anhaftung und der Begierde. Deshalb ist es wichtig, nicht von diesen unbewussten Mechanismen bestimmt zu werden und unsere Gefühlsmuster klar zu erkennen. Insbesondere das Vermeidungsverhalten, welches unmittelbar und automatisch auf eine unangenehme Reaktion fokann uns Probleme machen und sogar Depressionen, Ängste oder andere psychische Störungen verursachen. ► Achtsamkeit durch die Praxis der Stressbewältigung heißt die von Prof. Dr. Jon Kabat - Zinn entwickelte Methode, durch die wir unter anderem lernen können besser mit unseren negativen Emotionen umgehen zu können.
Bevor wir zu der Vorstellung dieser Methode kommen, hier zunächst einige Erläuterungen zu dem Thema "Stress":
► Zum Thema Stress: Linda Lehrhaupt und Petra Meibert geben folgende Hinweise: „Es sind eher die immer wiederkehrenden Situationen oder Probleme, von denen wir uns gestresst fühlen und die an unseren Nerven nagen. Diese Probleme sind häufig gekoppelt mit Zeitnot, Termindruck, Hektik, zu hohen Anforderungen oder Umweltfaktoren …Die täglichen Stressfaktoren kann man sich als "Sand im Getriebe" vorstellen. Anfangs werden sie meist noch nicht als stressig erlebt, im Laufe der Zeit entwickeln sie sich jedoch unerkannt zum eigentlichen Problem… zum Stressauslöser, der eine heftige körperliche und geistig-seelische Reaktion nach sich zieht"
Zu den Stressauslösern, den sog. „Stressoren“ gehören alle inneren (Gedanken, Stress verstärkende Gedanken und Gefühle, Ängste, Sorgen…) und äußeren Bedingungen (Mobbing, Arbeitsplatzverlust, Trennung…), die uns auf physischer, psychischer und sozialer Ebene belasten und sogar krank machen können, weil sie eine Stressreaktion auslösen. So reagiert unser Organismus mit einer hohen Ausschüttung von Stresshormonen (z.B mit Adrenalin, Noradrenalin, Kortisol und körpereigenen Opiaten, wenn der Stress länger anhält), und auf neuronaler Ebene auf Stressoren, die wiederum eine Kampf- und Fluchtreaktion auslösen, was an sich eine sinnvolle Schutzreaktion ist und für unsere Steinzeitvorfahren wahrscheinlich Lebens erhaltend war. Da diese Kampf- und Fluchtreaktion für den heutigen Menschen ganz anders funktioniert und praktiziert wird, können die Stresshormone nicht vollständig abgebaut werden, was vor allem den Dauerstress anbelangt und unseren Organismus krank machen kann.
♦ Dr. Jon Kabat- Zinn:"Wird aber die Stressreaktion nach Innen verlagert, findet keine Freisetzung statt, keine physische Entlastung mit anschließender Entspannung und Erholung. Stattdessen wird sie verschleppt. Die Stresshormone bleiben ungenutzt im Körper, wo sie zusammen mit den äußerst erregten unheilvollen Gedanken und Gefühlen großen Schaden anrichten. Wenn wir es uns zur Gewohnheit werden lassen auf die unvermeidlichen Anforderungen des Lebens zu reagieren, indem wir die Stressreaktionen verinnerlichen, erzeugen wir einen Zustand dauernder Übererregung oder Dauerstress.“ („Gesund durch Meditation", S. 214)
► Stress schwächt die Abwehrkräfte des Körpers, das Immunsystem. Wir regieren dann mit Symptomen wie Herz- und Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Magenschmerzen, Gelenkproblemen oder anderen Krankheiten, die wiederum psychische Probleme mit verursachen können.
⇒Die positive Nachricht ist aber, dass Stressoren ansich neutral sind, und dass die Gefährlichkeit der Stressoren auf die Gesundheit von der Interpretation des Einzelnen abhängt. So wirken dieselben Stressoren bei einem Optimisten völlig anders als bei einem Menschen, der eher pessimistisch veranlagt ist, bzw. eine negative Grundhaltung sich selbst, anderen Menschen und dem Leben gegenüber hat!
• Man kann lernen mit den Stressoren umzugehen, Stressfaktoren sind kontrollierbare Erfahrungen. Wir haben es in der Hand, ob wir durch größere Belastungen krank werden oder nicht!. Wir verfügen über innere Ressourcen. Wir müssen sie aktivieren! Zu den inneren Ressourcen zählen Selbstvertrauen, Gelassenheit angesichts größerer und kleinerer Umwälzungen, die persönliche Ethik, eine offene Weltsicht sowie generell eine positive Einstellung dem Leben gegenüber.
►Alle diese Potentiale können durch die Übung der Achtsamkeit gestärkt werden. Wir müssen lernen achtsam zu sein, um unsere automatischen Reaktionen zu erkennen und zu überwinden. Die Kraft der Achtsamkeit liegt darin, dass sie unseren Geist und somit unser Leben vollständig transformiert…
"Wie wir schon bald sehen werden, ist die Übung der Achtsamkeit ein geeignetes Mittel, um sich von den unerwünschten Folgen der Stressreaktion zu befreien und zwar schon im Augenblick des ersten Impulses, d.h., wenn man sich bedroht fühlt, davon laufen möchte oder gereizt ist wie ein Löwe zu kämpfen." ( J.K-Z., ebenda)
