Die Menschen werden nicht durch die Ereignisse selbst,
sondern durch ihre Sicht der Ereignisse beunruhigt
Epiklet
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Zum Thema Achtsamkeit
Achtsamkeitstraining ist eine Methode zur Verbesserung der Selbstwahrnehmungskompetenz, die wir trainieren können, um gelassener und entspannter mit den Problemen des Alltags und vor allem mit Stresssituationen kompetenter umgehen zu können, aber auch mit unseren Ressourcen / Mitgefühl (durch Spiegelneuronen in unserem Frontalkortex), unsere Fähigkeit Glückshormone zu aktivieren (Dopamin, Serotonin, Oxytozin und letztlich endogene Morphine), Geduld, Ethik undLiebe.
Drei Grundhaltungen
bestimmen die Achtsamkeit:~Wahrnehmen ohne Bewertung~, denn durch die Bewertung wird unsere Wahrnehmung unfrei und besetzt, vergleichbar mit einer gefüllten Teetasse, in die nichts mehr hineingegossen werden kann. Stattdessen erst einmal vorurteilsfrei wahrnehmen,~annehmen~, auch schwierige Emotionen und Ereignisse, wenn der Widerstand keine heilsamen Resultate erzeugt, sondern zu einer Verausgabung und Schwächung der Energien führt!Aber auch ~wieder loslassen ~ lernen, auch positive Gefühle und Erfahrungen nicht festhalten wollen, an nichts anhaften, denn das Anhaften bedeutet häufig auch zu leiden, wenn wir uns zu stark identifizieren und dann vielleicht doch wieder alles verlieren, weil sich im Leben vieles verändert! Diese Haltung hat aber nichts mit Resignation / "alles hinnehmen und gar keinen Widerstand leisten" zu tun, sondern mit einer Bewusstheit des Wahrnehmens und Handelns / mit Achtsamkeit eben (als Grundbedingung für die Stressbewältigung!
♦ Achtsame Wahrnehmung bedeutet aber auch - im Augenblick zu sein - und den Moment wahrzunehmen, ganz bei sich selbst zu sein mit allen Sinnen und sich nicht durch zufällige Gedanken aus dem Augenblick herausreißen zu lassen! Denn nur im Augenblick, im Hier und Jetzt machen wir Erfahrungen, haben wir Kontakt mit dem Leben, den Menschen uns selbst.
► Und wie gehen wir oft mit uns selber um? Mit unserem eigenen Körper, mit unseren Gefühlen, Gedanken und Sinneseindrücken? Essen wir achtsam? Schmecken, riechen, hören, sehen wir achtsam? Sind wir wirklich in Kontakt mit uns selbst? Sind wir tatsächlich mit unserem Gewahrsein in diesem Augenblick oder vielmehr im Gestern, Morgen oder Übermorgen, sodass wir das, was im Augenblick geschieht, gar nicht richtig wahrnehmen oder spüren? Überlassen wir uns vielleicht lieber dem sogennaten „Autopiloten“(dem konditionierten Denken, Fühlen und Handeln)?
"Man kann sich Achtsamkeit als ein nicht urteilendes Gewahrsein von Moment zu Moment vorstellen, ein Gewahrsein, das kultiviert wird, indem man auf eine bestimmte Weise aufmerksam ist, das heißt, im gegenwärtigen Augenblick und so wenig reaktiv, so wenig urteilend und so offenherzig wie möglich…Von all den meditativen Weisheitspraktiken, die sich in den traditionellen Kulturen in der ganzen Welt entwickelt haben, ist Achtsamkeit vielleicht die grundlegendste, die einflussreichste, die universellste, eine der am leichtesten zu begreifenden und zu praktizierenden und wahrscheinlich heutzutage am dringendsten gebrauchte. Denn Achtsamkeit ist nichts anderes, als die Fähigkeit, die wir alle bereits besitzen, um zu wissen, was geschieht, während es geschieht“ (Dr. J. Kabat – Zinn, Zur Besinnung kommen, S. 121,122)
♦ Achtsamkeit wird von vielen Weisheitslehrern auch mit einemSpiegel verglichen, der alle Ereignisse lediglichwiderspiegelt, was eine Wertung, Beurteilung und emotionelle Reaktion auszuchließen scheint. Mit anderen Worten: wir sind stille Beobachter all dessen, was außerhalb und innerhalb von uns selbst geschieht: Wir nehmen Gefühle wahr, ohne uns mit ihnen zu identifizieren; wir nehmen Gedanken wahr, ohne uns von deren Inhalten beeinflussen zu lassen; wir nehmen Schmerzen wahr und es kann uns gelingen, nicht in den unerträglichen Strudel hinein zueraten; wir nehmen alle täglichen Handlungen wie Essen, Zähneputzen, Gehen, mit Achtsamkeit wahr ► So kann z.B. bei der Stressbewältigung die achtsame Wahrnehmung der Stressoren und der Stressreaktion der erste Schritt sein, der den „Autopiloten“ ausschaltet. Der nächste Schritt wäre dann das Ruhen in dem Augenblick, der es uns ermöglicht angemessen zu reagieren, statt automatisch.Wie es uns gelingen kann den Automatismus zu verändern s.mbsr-methoden
"Wir treten sozusagen einen Schritt zurück, gewinnen Abstand und geraten auf diese Weise nicht in den Strudel schwieriger Emotionen wie Angst, Ärger, Wut etc., bleiben bei uns und vermeiden schwierige Situationen, die uns hinterher leid tun, oft wieder aufwändig repariert werden müssen und manchmal nachhaltige psychische und physische Probleme verursachen können."Vielleicht werden Sie an dieser Stelle einwenden, dass Sie alles mögliche schon ausprobiert haben, allerdings mit mäßigem Erfolg!
Dennoch möchte ich Ihnen Mut machen nicht aufzugeben, weil es möglich ist, wie viele Menschen bestätigen können, die die MBSR - Methode praktiziert haben. Die Methode der Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst (dem Körper, den eigenen Gedanken und Gefühlen), anderen Menschen, Tieren und mit der Natur, wird seit 2500 Jahren in vielen asiatischen Ländern immer noch erfolgreich praktiziert und seit mehr als 30 Jahren sehr erfolgreich in Amerika und seit 10 Jahren in Deutschland.
⇒ Es besteht also kein Zweifel daran, dass im Grunde jede/r Mensch/In, der/die nicht unter schwerwiegenden psychischen Störungen leidet die MBSR - Methode erfolgreichpraktizieren kann.Allerdings kann uns dies erst gelingen, wenn wir eine Art „Gegenkonditionierung“ zum Autopiloten täglich trainieren
► Wie sieht diese „Gegenkonditionierung“aus?Das von Dr. Jon Kabat – Zinn in Amerika entwickelte Konzept und das vor allem von Linda Lehrhaupt in Europa weiter entwickelt worden ist und gelehrt wird, bietet Methoden an wie den Bodyscan, achtsame Körperübungen / Yoga, Atem- Sitz- und Gehmeditation, sowie Achtsamkeitsübungen, die sowohl als formale Übungen praktiziert werden (im Sitzen, Liegen, Gehen… und auch als informelle m Alltag (bei allen täglichen Verrichtungen wie Zähneputzen, Essen, Gehen, Arbeiten…s.mbsr-Methoden